Bergbau im Weltall 1. Teil, geboren werden

SeeleVorsetzen

katrinundcarl.swjpg1. Bergbau im Weltall

Geboren werden…

Komisch, dass es immer über Tage oder unter Tage heisst, wo ist der Tag dazwischen ?

Die Sonne geht ewig auf, wenn ihr im Flugzeug entgegen geflogen wird und dem der sich  in der Erde verbirgt.

Hohe Hallen an denen oben Klamotten neben einander hängen, an langen Schnüren. Kleidung von Männern, die weit unter diesen Hallen zur selben Zeit tief im Dunkeln an den Wänden hacken die ihren Raum umgeben, Bis sie einstürzen. Das Zeug hängt dort oben, weil die Männer wenn sie ganz schwarz und staubig wieder aufgestiegen sind, sich erst einmal in Entfernung ihrer Tageskleider waschen müssen. Sonst wäre bald alles schwarz. Tag und Nacht, Innen und Aussen, Unten und Oben.

Berg und Bau: Enge, dichte Bilder wie Wasserfälle.

Die Gedanken ziehen wie Wolken. „Mein“ (Reverenz)raum ist der Himmel am Meer. Die schmalen Schlitze der Katzenaugen machen einen Horizont, dahinter Kontinente. Eine Geburt: in das Innere der Erde blicken, oder andersherum ins All. Die ganz kleinen Babys geben mit ihren Allieenauren zu denken, dass es verschiedene Welten gibt, heillos ineinander verschachtelt. Sie kippen noch nicht einmal in eine Richtung, sondern verteilen sich wahllos im Raum. Bücher klappen auf zu fremden Welten. Und Dichter*innen halten sich manchmal für unterirdisch… dazu später.

In Bolivien und nicht nur dort buddeln kleine Kinder in engen Gängen, in schwarzer Erde in die nur Kinder hineinpassen nach Metallen für Handys. Sie erzählen sich während dessen, dass das Weltall auch dunkel und unendlich ist, wie ein umgestülptes Bergwerk. Darin wie von grossen Händen gehalten, schweben unendlich viele Sterne. Die Kinder haben die Namen von Planeten im Fernsehen, in dem nichts zu sehen ist als graues Rauschen, gehört. Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus. Diese Namen und wie viele Planeten es überhaupt gibt, all das würden die Kinder in der Schule noch richtig lernen. So träumen und reden sie beim Hacken. Dieselben Kinder sieht man später in einem schmutzigen Raum auf Holzbänke gequetscht. Sie schlafen nach dem stundenlangen Marsch durch schroffe, kalte Berge in denen sie eben noch drinsteckten fast ein. Ein bitterer Mensch in löchrigen Schuhen verhindert das und schlägt sie auf ihre gekämmten Haare. Mit einem Stock. Es ist der einzige freie Tag der Kinder aus den engen Schächten. Sie wollten noch Fussball spielen aber eben vorher unbedingt zur Schule um etwas über die Planeten zu lernen. Dann schlafen sie nach dem langen Weg zurück in die Hütte vor dem kaputten Fernseher.

Die fremden Kinder im Kongo, die für Macbooks Tantal auswaschen, werden dabei mit einer metallisch schwarzen Schicht ganz überzogen. Sie glänzen wie Wolframfäden. Schulen, egal welcher Art kennen sie nicht. Sie sterben bevor sie jemanden nach den Planeten oder dem Namen ihrer Väter fragen können. Eines heisst Mars.

Berge und ihr Inneres: Dies feste Dunkel auch nur ernsthaft zu denken! „Das kalte Herz“! Um Kap Horn herum mit fast abgefrorenen Fingern die harten Segel reffen. Oben ganz oben: im schwankendem Gaffelrigg stehen. Im Dunkeln, aber die Sonne wird bald aufgehen.

In diesem Frühjahr wurde die erste Raumsonde von „Planetary Resources“ ins All geschickt. Sie heisst Arkyd wie Acarde Fire-die Band, ist so gross wie ein Fussball aus Bolivien und soll mit einem Teleskop Asteroiden aufspüren, die reich an Ressourcen sind. Platin, Tantal, Lithium, Nickel, Gold: Metalle, die für Raumschiffe und Computer gebraucht werden. Die Abraumstationen docken dann später an diesen mit der Arkyd erforschten Monden oder Astoreiden an und stellen, um die manchmal denkende Besatzung lebensfähig zu halten, Wasser aus Licht her. Wenn der Kapitalismus gewinnt, werden Kinder dann direkt auf dem Flug in Plastikflaschen herangezogen. Beim Ankommen sind sie schon arbeitsfähig, aber noch nicht zu groß für die kleinen Schächte und Geräte. Sie brauchen keine zerlumpten, besorgten Mütter, die selbst nicht genug zu essen haben, obwohl sie den ganzen Tag Kokapaste rühren und im Dreck wühlen, so wie heute. Die Mutter braucht keine verraschelten Satelitenbilder im Schrottfernseher mehr anstellen, damit die Kinder „wissen wie die Planeten heissen und noch mehr von der Welt lernen“. Sie braucht keine Bauernschlaflieder singen, von denen sie nur noch den Refrain kann. Die Kinder, auf dem Weg zu den asteroiden Bergwerken brauchen ihr Leben auch nicht später in Clubs absichtlich zu zerstören, weil sie keine Sehnsucht mehr nach Abenteuern oder Koks haben. Wenn sie nicht mehr können sind sie tot, ohne aufwändige Umwege… wie hier in Berlin. Sie werden am immer währenden Morgen im All nach der Arbeit zu müde sein. Es gibt auch keinen Platz um Fussball zu spielen.

Jetz befindet sich „Arkyd“ noch an Bord der „Internationalen Raumstation“ (ISS). Im Dezember 2015 hat „Planetary Resources“ schon die zweite Sonde gestartet. Sie ist mit einem Infrarotteleskop ausgestattet, mit dem sich die Temperaturen von Asteroiden messen lassen.

„Manche Autor*innen(s.o.) vergleichen ihre Arbeit, mit Arbeit unter Tage, im Bergwerk. Aus tiefen Schaechten Schaetze holen…“ „Welche Schätze denn ?“ Es geht um die Metapher.“ „Du meinst die Leichen im Keller..?“ Dichte Dichter die am Aluminiummac sitzen, Latte schlürfen, auf Schürfsuche der hehren Wahrheit hinterher, sich tatsächlich mit Bergleuten vergleichen!

Dann holen sie etwas aus der Erde heraus oder vom Himmel herunter und es ist … nur ein Wort, nur ein Stein… und könnte dabei doch ein lebendiges Kind, egal woher, sein.

Die Kinder in Bolivien: gesehen in der Reihe „Fremde Kinder“ 3sat-Dokumentarfilmredaktion-Inge Claasen

Fortsetzung folgt…

 

 

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